Magische Momente im Führerstand
Peter Wuschansky ist Lokführer aus Leidenschaft und begeistert in den sozialen Medien Zehntausende Follower als „Trainfluencer“.

Die Morgensonne bricht durch den Nebel, als Peter Wuschansky seinen Zug durch das Donautal steuert. Die Landschaft taucht in ein goldenes Licht, Felder, Hügel und Wälder ziehen wie Gemälde vorbei. „Solche Momente sind magisch“, sagt der Lokführer aus Ulm, der seit vielen Jahren im Regionalverkehr der Deutschen Bahn unterwegs ist.
Die Begeisterung für seinen Beruf teilt er seit 2019 mit einer wachsenden Fangemeinde in den sozialen Medien: Unter dem Pseudonym „Peterle Sky“ erzählt der 45-Jährige als „Trainfluencer“ von den unterschiedlichen Aspekten seines Jobs – locker und unterhaltsam.
Dieses YouTube-Video kann in einem neuen Tab abgespielt werden
YouTube öffnenInhalte Dritter
Wir verwenden YouTube, um Inhalte einzubetten, die möglicherweise Daten über deine Aktivitäten erfassen. Bitte überprüfe die Details und akzeptiere den Dienst, um diesen Inhalt anzuzeigen.
Einverständniserklärung öffnen„Wenn die Kamera aus ist, bin ich eher ein ruhiger Typ. Ich bin gern über Stunden allein in meinem Führerstand und genieße den besonderen Ausblick während der Fahrt“, sagt Wuschansky.
Malerische Landschaften
Vor allem in Baden-Württemberg und Bayern führt ihn sein Schienenweg durch malerische Landschaften und Städte wie Stuttgart, München, Lindau, Friedrichshafen und Donaueschingen. „Obwohl ich die Strecken gut kenne, entdecke ich immer wieder neue Details. Und manchmal denke ich: Meine Güte, das ist wie Urlaub und ich krieg auch noch Geld dafür!“

Das Donautal hat es ihm besonders angetan: „Die Stimmungen dort ändern sich mit jeder Jahres- und Tageszeit, vor allem im Herbst gibt es eine tolle Farbenpracht.“ Die Strecke am Bodensee entlang ist für ihn ein weiteres Highlight: „Der See wirkt fast wie ein Meer. Wenn ich die schneebedeckten Berge im Hintergrund sehe und das Wasser in der Sonne glitzert, ist das schon beeindruckend.“
Zwischen Technik und Verantwortung
Auch die Einfahrt in die Großstadtbahnhöfe wird Wuschansky nie langweilig: „Riesige Gleisfelder, unzählige Signale, Weichenverbindungen und andere Züge – und dazu die Verantwortung für hunderte Menschen an Bord.“ Nicht immer klappt es mit der Pünktlichkeit, meist wegen technischer Störungen. „Klar, manchmal machen die Leute ihrem Ärger Luft, wenn die Bahn Verspätung hat. Die meisten Menschen begegnen mir aber sehr freundlich, der Lokführerberuf hat ein gutes Image.“

Skurrile Erlebnisse
Über die Jahre hat Wuschansky ein großes Repertoire kleiner Anekdoten angesammelt. So brachte ihm etwa ein Mädchen an Heiligabend einen Schokoladenweihnachtsmann in den Führerstand und bedankte sich für die Fahrt. „Neulich hatte ein Fahrgast die ganze Zeit eine Katze auf der Schulter. Als ich ihn darauf ansprach, meinte er nur: 'Sie ist meine große Liebe, wir trennen uns nie,'“ erzählt er schmunzelnd.
Ein Stück Heimat auf Schienen
An jedem Ort, den er anfährt, fühlt sich der Lokführer mittlerweile „ein bisschen wie zuhause“. In seinen Pausen schlendert er durch die Städte oder setzt sich in ein Café. „Ich mag es, die Atmosphäre aufzusaugen, die Menschen zu beobachten und einfach unterwegs zu sein.“